Bad Dürrenberg

Die Stadt mit dem Salz in der Luft.

Der Ortsname Dürrenberg stammt vom Namen des an der Saale gelegenen ehemaligen Rittergutes „uff dem dürren Berge“ ab.
Die Anfänge des traditionsreichen Kurparks von Bad Dürrenberg gehen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, nachdem seinerzeit die heilende Wirkung der Sole erkannt worden war und im Jahre 1846 die ersten Solebäder verabreicht wurden.


993
erstmalige Erwähnung des Ortsteiles Keuschberg
1763 Beginn der Erschließung der Sole – seitdem ständiger Solefluß
1799 Novalis (Freiherr Friedrich von Hardenberg) als Salineassesor in der Saline eingesetzt
1928 Anlage des Kurparkes in jetziger Form errichtet
1935 Dürrenberg erhält die offizielle Bezeichnung BAD
1946 Verleihung des Stadtrechtes für Bad Dürrenberg
1963 Einstellung der Siedesalzproduktion
1986 Auszeichnung als „Schöne Stadt“
1994 Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit den Orten Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz und 1997 Spergau
2000 Neue Solebohrung und Errichtung eines Trinkbrunnens
2002Nachbau einer Windmühle (Windkunst) nach einer preußischen Vorlage auf dem Gradierwerk I
2003 Sanierung der ehemaligen Trinkhalle im Kurpark und Wiedereröffnung für Soleanwendungen ( das heutige Sole-SPA )


Geschichte der Saline Bad Dürrenberg

Der folgende Text ist der Netzpräsenz Bad Dürrenbergs entnommen:
Entstehung eines der größten, bedeutendsten Salzwerke des deutschen Sprachraumes

Arm war ein Land, wenn es keine Salzvorkommen besaß und das Salz teuer einführen musste. Eigene Salzwerke bedeuteten für den Landesherren einen doppelten Gewinn. Zum einen die Einnahmen aus den „landesherrlichen Salzwerken“, zum anderen durch die Salzsteuer der Untertanen. Deshalb waren die Bemühungen groß, im eigenen Land möglichst ergiebige Sole oder Salzvorkommen zu erschließen. Das alte Kursachsen, welchem Dürrenberg an der Saale zugehörig war, verfügte nur über geringe Salzvorkommen, so dass es von preußischen Salinen, insbesondere von der halleschen Talsaline abhängig war.

Der Kurfürst Sachsens, Friedrich August I. (August der Starke), 1694 in Dresden als Thronfolger zur Macht gelangt, war bestrebt, diese wirtschaftlichen Hemmnisse zu beseitigen und widmete seine Aufmerksamkeit den „Bergregalien“ mit dem Ziel der Salzgewinnung in eigenen Landen. In J. G. Borlach fand er, wie sich herausstellen sollte, wahrlich einen Meister in der praktischen Umsetzung dieses Zieles.

Johann Gottfried Borlach, der Gründer der Dürrenberger Saline, wurde am 24. Mai 1687 in Dresden geboren. Am 25. Juni 1741 begann Borlach mit den geologischen Untersuchungen in und um Dürrenberg. Im Mai 1744 wurde mit der Schachtabteufung begonnen und nach 19jähriger harter Arbeit am 15. September 1763 stießen die Bergleute endlich auf die gesuchte Sole.

Unmittelbar darauf begann Borlach mit dem Bau des Schachtturmes, dem heutigen Wahrzeichen Bad Dürrenbergs, dem Borlachturm. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Gradierwerke begonnen und am 10. März 1765 war das erste Siedehaus fertig, so dass bereits am 16. März die ersten 100 Zentner (5000 kg) Siedesalz hergestellt werden konnten.
Mit dem Gründungswerk J. G. Borlachs, der Dürrenberger Saline, rückte er das vormals unbekannte Dürrenberg in die Aufmerksamkeit der Welt, und noch heute zeugen die Gradieranlagen und der Borlachturm von seiner salinistischen Leistung. J. G. Borlach, der auch die polnischen Steinsalzbergwerke leitete, die Werke in Artern und Kösen entscheidend reorganisierte, sein ganzes Leben und Wirken dem Salinenwesen und Bergbau verschrieb, starb am 4. Juli 1768 in Kösen.

Genie und Gründervater

Johann Gottfried Borlach (24.5.1687 - 4.7.1768) war Genie und Gründervater zugleich. Ohne ihn gäbe es Bad Dürrenberg nicht: Am 15. September 1763 um 7.45 Uhr wurde die 19jährige hartnäckige Arbeit des Kurfürstlich Sächsischen Bergrates mit dem Durchbruch zur Solequelle in 223 Metern Tiefe belohnt und der Ruhm Bad Dürrenbergs als eine der führenden Förderstätten von Siedesalz begründet.

"Vater" Borlach, wie ihn die Dürrenberger und überhaupt seine gesamte Umgebung nannte, war damals bereits 76 Jahre alt - und er war unbestritten ein Star. Dem Salz kam seinerzeit wie in den Jahrhunderten zuvor eine immense Bedeutung zu. Wer es hatte, galt als wohlhabend und einflussreich. Der legendäre August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, wollte deshalb für seinen Machtbereich unbedingt eigene Salz- bzw. Solequellen erschließen - und erkannte hierfür frühzeitig das besondere Talent des jungen Borlach.

Eine gute Wahl, wie sich bald herausstellte. Obwohl nicht von adliger Herkunft und damit manch unnötiger Widrigkeit ausgesetzt, avancierte Johann Gottfried Borlach zum herausragenden Experten der so genannten Salzwerkkunde. Borlach begründete die Kursächsische Staatssaline mit Dürrenberg, Kösen und Artern. Dürrenberg entwickelte sich dabei zum größten und ergiebigsten der drei Standorte - und besitzt europaweit bis heute die einzige komplett erhaltene historische Saline. Wobei sich die Gemäuer allerdings in einem baulich traurigen Zustand befinden.

Johann Gottfried Borlach ist es auch, auf den das gewaltige Gradierwerk zurück geht. Teile davon sind noch Originalstücke aus dem 18. Jahrhundert. Eine Weltsensation! Apropos 18. Jahrhundert: Es bildet einen Meilenstein hinsichtlich der neueren Geschichte und der Moderne. Das 18. Jahrhundert hatte nachhaltigen Einfluss auf die Geistes-, Rechts- und Sozialgeschichte, ebenso auf die Aufklärung, die Menschenrechte sowie die Emanzipation des Bürgertums, der Landbevölkerung und der Arbeiterschaft sowie auf die Entwicklung der Regionen. Hier ist ein klarer Umbruch von prägender Bedeutung zu erkennen und damit ein deutlicher Aufbruch zu neuen Ufern.

Bad Dürrenberg nimmt hierbei für die Region und darüber hinaus eine markante Rolle ein. Dank Johann Gottfried Borlach. Nachdem August der Starke ihn am 19. Juni 1723 mit der Gründung und Entwicklung der Kursächsischen Staatsalinen beauftragt hatte, traf das vielseitig talentierte Genie Ende August 1724 zunächst in Artern ein und begründete am 14. Mai 1727 außerdem die eigentliche Baugeschichte der Kösener Saline. Mitte 1741 - am 25. Juni - folgte dann mit der Aufnahme von geologischen Untersuchungen Dürrenberg.

In Bad Dürrenberg wurde nach der erfolgreichen Erschließung der Solequelle unter der Regie des gebürtigen Dresdners bis Ende 1764 der heute so genannte Borlachturm fertiggestellt und am 10. März 1765 stand das erste von bald schon fünf Siedehäusern. So dass bereits vom 11. bis zum 16. März die ersten 100 Zentner Siedesalz hergestellt werden konnten. Eine Probe des "weißen Goldes" ging nach Dresden, 50 Zentner wurden an die Bevölkerung verschenkt.

"Vater Borlach" starb am 4. Juli 1768 im Alter von 81 Jahren in Bad Kösen und wurde auf dem Friedhof der benachbarten und bereits 1543 begründeten Königlichen Landesschule Pforta beerdigt. Seine Nachfolger als Erster Direktor der Kursächsischen Staatssalinen Artern, Kösen und Dürrenberg waren sein Bruder Johann Hermann (1768 - 1775), Leopold von Beust (1775 - 1784) und Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg (1784 - 1814), der Vater des Dichterfürsten und Romantik-Propheten Novalis ("Die Blaue Blume").

Dem Wirken von Johann Gottfried Borlach als Begründer der Kursächsischen Staatssalinen Bad Dürrenberg, Kösen und Artern wird alljährlich am letzten Wochenende im Juni mit dem Brunnenfest gedacht.